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Stalins Tod

Der Tod Stalins am 5. März 1953 löste im ganzen Land Bestürzung aus. Niemand wusste, was der Tod des Diktators bedeuten würde. Fabian Thunemann zeichnet die Ereignisse vom März 1953 nach.

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Felix Edmundowitsch Dsershinski

Von den einen als „eiserner“ Held verehrt, von den anderen hingegen als grausamer Mörder verabscheut: Felix Dsershinski. Der einstige Chef der sowjetischen Geheimpolizei Tscheka ist im Vergleich zu Lenin oder Stalin im heutigen Russland eher eine historische Randfigur. Von größerer Bedeutung als der Täter Dsershinski ist die Debatte um sein Denkmal vor dem KGB-Gebäude in Moskau – Ende Februar war sie erneut entflammt.

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Marietta Tschudakowa

Marietta Tschudakowa ist Professorin für Literaturwissenschaften und in Russland darüberhinaus auch als Historikerin und Publizistin bekannt. Sie ist in der politischen Opposition aktiv, in der sie zu den liberalen Kräften gezählt wird.

Marietta Tschudakowa (geb. 1937) beschäftigt sich am Maxim-Gorki-Literaturinstitut mit der russischen Literatur des 20. Jahrhunderts. In Russland ist sie vor allem als ausgewiesene Bulgakow-Expertin einem breiteren Publikum vertraut. Tschudakowa leitet die Bulgakow-Stiftung und ist Mitglied des russischen Schriftstellerverbands.

Regelmäßige Kritikerin der politischen Verhältnisse

Marietta Tschudakowa nutzt ihr hohes Ansehen und die Autorität, die sie in Russland genießt, regelmäßig für öffentliche Kritik an den politischen Verhältnissen. In den 1980er Jahren unterhielt sie Kontakte zu Dissidentenkreisen und kritisierte die sowjetische Führung, was sie mit dem Verlust ihres Arbeitsplatzes bezahlte.

Von 1994 bis 2000 saß sie im Rat des Präsidenten, einem ständigen Beratungsgremium von Präsident Jelzin, das aus 28 Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft bestand und von Putin aufgelöst wurde. Putins souveräne Demokratie und seinen zunehmend autokratischen Regierungsstil kritisierte Tschudakowa mehrfach. Besonders erwähnt sei ihr prämierter Aufsatz Gab es bereits einen August oder wird es ihn erst noch geben?1, der 2006 erschien und als liberales Manifest gilt. Darin thematisiert sie den demokratischen Widerstand gegen den Augustputsch von 1991. In diesem Zusammenhang kritisiert sie die vom Staat forcierte Verdrängung des Widerstandes aus dem kollektiven Gedächtnis.

Politisches Engagement

© Dimitri Lekai/KommersantBei den Dumawahlen 2007 trat Tschudakowa für Boris Nemzows Oppositionspartei SPS an, gelangte jedoch nicht ins Parlament, da die Partei an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte.

Zuletzt an die Öffentlichkeit trat sie 2010 als Unterzeichnerin des Aufrufs Putin muss gehen!, der von Kulturschaffenden und Aktivisten initiiert wurde, sowie 2014 mit einer Solidaritätserklärung russischer Filmschaffender mit der Ukraine.


 1.Čudakova, Marietta (2006): Byl Avgust ili tol'ko eščė budet?, in: Znamja 2006 (8), Moskau
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Mitja Aleschkowski

Aleschkowski ist ein Fotograf, Blogger und Aktivist. In Russland wurde er 2012 bekannt, als er durch seine Koordination wesentliche Hilfe bei einer verheerenden Flutkatastrophe leistete. Anschließend baute er in Russland eine erfolgreiche zivilgesellschaftliche Hilfsorganisation auf.

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Lew Tolstoi

Die Leser „dazu zu bringen, das Leben in all seinen unzähligen und unerschöpflichen Erscheinungen zu lieben“ – darin sah Lew Tolstoi seine Aufgabe. Über den Schriftsteller, der am 9. September 1828 geboren ist, sich seiner Zeit entgegenstellte und gleichzeitig zum Monument seiner Epoche geworden ist, schreibt Olga Sliwizkaja.

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Alexej Nawalny

Alexej Nawalny gilt als bekanntester Kreml-Kritiker. Bei seiner Rückkehr nach Russland am vergangenen Sonntag wurde er noch am Flughafen festgenommen, derzeit läuft bereits ein Prozess gegen ihn. Jan Matti Dollbaum über den widersprüchlichen Oppositionspolitiker und dessen Potential, der Macht auf lange Sicht gefährlich zu werden. 

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Weißes Band

Das weiße Band ist eines der Hauptsymbole der Protestbewegung von 2011/2012. Es bringt die Kritik an den manipulierten Dumawahlen im Dezember 2011 und den Präsidentenwahlen im März 2012 zum Ausdruck und steht sinnbildlich für die in diesem Zusammenhang entstandene Forderung „Für saubere Wahlen“.

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Dimitri Bykow

Dimitri Bykow (geb. 1967) ist ein bekannter Schriftsteller, Journalist und Professor für Literatur und Kultur. Er hat mehrere Romane und Gedichtbände veröffentlicht und ist Preisträger zahlreicher Literaturauszeichnungen. Seine Literatursendung Grashdanin Poet, in der er die politischen Verhältnisse in Russland humorvoll parodierte, war insbesondere während der Protestbewegung 2011/12 äußerst populär.

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Lew Rubinstein

Lew Rubinstein (geb. 1947) ist ein russischer Dichter, Literaturkritiker, Essayist und Publizist. In literarischer Hinsicht ist er vor allem für seine minimalistische Karteikarten-Poesie bekannt, eine Mischung aus literarischer, visueller und performativer Kunst, die er in den 1970er Jahren entwickelte. Rubinstein gilt zudem als einer der Begründer und führender Vertreter des Moskauer Konzeptualismus.

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