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Stalins Tod

Der Tod Stalins am 5. März 1953 löste im ganzen Land Bestürzung aus. Niemand wusste, was der Tod des Diktators bedeuten würde. Fabian Thunemann zeichnet die Ereignisse vom März 1953 nach.

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Felix Edmundowitsch Dsershinski

Von den einen als „eiserner“ Held verehrt, von den anderen hingegen als grausamer Mörder verabscheut: Felix Dsershinski. Der einstige Chef der sowjetischen Geheimpolizei Tscheka ist im Vergleich zu Lenin oder Stalin im heutigen Russland eher eine historische Randfigur. Von größerer Bedeutung als der Täter Dsershinski ist die Debatte um sein Denkmal vor dem KGB-Gebäude in Moskau – Ende Februar war sie erneut entflammt.

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Dimitri Bykow

Dimitri Bykow (geb. 1967) ist ein bekannter Schriftsteller, Journalist und Professor für Literatur und Kultur. Er hat mehrere Romane und Gedichtbände veröffentlicht und ist Preisträger zahlreicher Literaturauszeichnungen. Seine Literatursendung Grashdanin Poet, in der er die politischen Verhältnisse in Russland humorvoll parodierte, war insbesondere während der Protestbewegung 2011/12 äußerst populär.

Bykow steht in der langen Tradition russischer Realisten wie Nikolaj Nekrassow, die in ihrer zivilen Lyrik (grashdanskaja lyrika) gesellschaftliche Probleme thematisieren und sich nicht nur als Schriftsteller, sondern zugleich als politische Akteure begreifen. In einem dichterischen Rückblick auf die russische Literatur formulierte Jewgeni Jewtuschenko diese besondere gesellschaftliche Stellung mit dem Satz: „Ein Poet in Russland ist mehr als ein Poet“. Damit wird Dichtern und Schriftstellern eine Rolle als Aufklärer und Kritiker zuerkannt, die in Europa eher zu den Aufgaben der Medien gehört.

Dieser Tradition verhaftet, befasst sich Bykow in seiner literarischen, oft sehr experimentellen Arbeit zwischen Literatur und Publizistik, mit den Problemen der russischen Gegenwart. Bykow begreift sich als aktives Mitglied der Zivilgesellschaft und gilt als eine der Schlüsselfiguren der russischen Opposition. Er nahm aktiv an der Protestbewegung 2011/12 teil und erreichte 2012 bei den Wahlen zum Koordinationsrat der Opposition die zweitmeisten Stimmen. Im Unterschied zu anderen Vertretern wie Boris Nemzow oder Alexej Nawalny ist Bykow jedoch kein Vertreter der – oft unbeliebten – politischen Klasse, sondern der literarischen und kulturellen Intelligenzija, was seine besondere Rolle unterstreicht und die Prominenz erklärt.

Foto © Sergej Kisseljow / Kommersant

Bykow gilt als ein hervorragender Kenner der russischen Geschichte, hat aber zugleich eine sehr klare und kritische Meinung zur gegenwärtigen Situation in Russland. Diese vermittelt er über vielfältige Kanäle wie öffentliche Lesungen oder Auftritte an Schulen. Letztere sieht er als seine gesellschaftliche Verpflichtung an. Als Kolumnist und Blogger schreibt er in seinem unverwechselbaren lyrischen Stil vor allem für die Nowaja Gaseta und Echo Moskwy und spielt eine meinungsbildende Rolle in den progressiv eingestellten Gesellschaftsschichten. Außerdem tritt er im Fernsehen auf, wobei er sich seit der Protestwelle 2011/12 nur noch auf unabhängigen Kanälen wie TV Doschd zeigt. Vor allem in oppositionellen Kreisen erreichte seine bissige Politsatire Grashdanin Poet (Bürger Poet) Kultstatus: Darin trägt der Schauspieler Michail Efremow von Bykow verfasste Gedichte in der Manier (meist russischer) Lyriker und Schriftsteller vor und karikiert damit das tagesaktuelle politische Geschehen in Russland. Die Russland-Feuilletonistin der FAZ, Kerstin Holm, schrieb dazu:

„Als der Wiederwahlkämpfer Putin im Winter die Bürgerprotestbewegung mit der Affenbande aus dem Dschungelbuch verglich, antwortete Bykow mit einer lustigen Dichtung vom Frischen Urwaldgesetz. Darin tritt statt der Schlange Kaa der Python Puu auf, der – als Anspielung auf Putins Gesichtskorrektur und seinen Witz über die weißen Schleifen der Opposition – wie ein mit Botox angefülltes Präservativ aussieht, aber von allen Dschungeltieren angehimmelt werden will. Der Spitzname Python Puu ist an Putin haftengeblieben.“1


1.Frankfurter Allgemeine Zeitung: Ein Talkstar in Russland. Das Lächeln von Python Puu
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Bolotnaja-Platz

Der Bolotnaja-Platz befindet sich zwischen dem Kreml und dem alten Kaufmannsviertel Samoskworetschje im Zentrum Moskaus. Er hat im Mittelalter zunächst als Handelsplatz gedient, später kam ihm immer wieder eine wichtige politische Bedeutung zu, zuletzt während der Proteste gegen die Regierung in den Jahren 2011/12.

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Koordinationsrat der Opposition

Der Koordinationsrat der Opposition entstand im Zuge der Massenproteste 2011/2012 als gemeinsames Gremium der am Protest beteiligten politischen Akteure. Er stellte einen Versuch dar, die außerparlamentarische Opposition zu konsolidieren und institutionalisieren. Nach etwa einem Jahr gemeinsamer Arbeit wurde jedoch immer deutlicher, dass die unterschiedlichen politischen Ansichten nicht miteinander vereinbar waren, und so stellte der Koordinationsrat Ende Oktober 2013 seine Arbeit ein.

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Weißes Band

Das weiße Band ist eines der Hauptsymbole der Protestbewegung von 2011/2012. Es bringt die Kritik an den manipulierten Dumawahlen im Dezember 2011 und den Präsidentenwahlen im März 2012 zum Ausdruck und steht sinnbildlich für die in diesem Zusammenhang entstandene Forderung „Für saubere Wahlen“.

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Farbrevolutionen

Als Farbrevolutionen bezeichnet man eine Reihe friedlicher Regimewechsel in post-sozialistischen Ländern. Diese wurden unter anderem durch gesellschaftliche Großdemonstrationen gegen Wahlfälschungen ausgelöst. Aufgrund der Farben beziehungsweise Blumen, mit denen die Bewegungen assoziiert werden, ist der Sammelbegriff Farbrevolutionen entstanden. Stellt der Begriff für die politische Elite in Russland eine Bedrohung ihrer Macht dar, verbinden oppositionelle Kräfte damit die Chance auf einen Regierungswechsel.

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Marietta Tschudakowa

Marietta Tschudakowa ist Professorin für Literaturwissenschaften und in Russland darüberhinaus auch als Historikerin und Publizistin bekannt. Sie ist in der politischen Opposition aktiv, in der sie zu den liberalen Kräften gezählt wird.

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Boris Nemzow

Er war einer der bekanntesten Politiker Russlands und galt als scharfer Kritiker Wladimir Putins. In zahlreichen Publikationen machte er auf Misswirtschaft und Korruption in Russland aufmerksam, was ihm viele einflussreiche Gegner einbrachte. Eduard Klein über den Oppositionspolitiker, der vor fünf Jahren ermordet wurde.

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Lew Rubinstein

Lew Rubinstein (geb. 1947) ist ein russischer Dichter, Literaturkritiker, Essayist und Publizist. In literarischer Hinsicht ist er vor allem für seine minimalistische Karteikarten-Poesie bekannt, eine Mischung aus literarischer, visueller und performativer Kunst, die er in den 1970er Jahren entwickelte. Rubinstein gilt zudem als einer der Begründer und führender Vertreter des Moskauer Konzeptualismus.

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Sergej Gandlewski

Sergej Gandlewski (geb. 1952) ist ein bekannter russischer Schriftsteller, Dichter und Übersetzer.

Seit seiner Jugend schreibt er Gedichte, die allerdings bis zum Ende der 1980er Jahre nur im Ausland erscheinen konnten. Er war während der Sowjetzeit gemeinsam mit anderen Schriftstellern wie Lew Rubinschtein in sowjetischen literarischen Untergrundzirkeln aktiv und veröffentlichte in dieser Zeit im Samisdat. Für seine in mehrere Sprachen übersetzten Werke hat Gandlewski verschiedene Literaturpreise erhalten, darunter 2010 die wichtigste russische Auszeichnung für Dichter, den „Poet“.

Im September 2014 unterzeichnete Gandlewski zusammen mit 6.000 weiteren Intellektuellen eine Erklärung gegen die russische Aggression in der Ukraine.

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