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Verfassungskrise 1993

Die Ereignisse vom Oktober 1993 bilden die Grundlage für das heutige politische System Russlands. Philipp Casula über die Verfassungskrise, die eine politische Kultur der Stärke und Kompromisslosigkeit hervorbrachte.

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Der Vaterländische Krieg von 1812

Als „Vaterländischer Krieg“ ging Napoleons gescheiterter Feldzug gegen Russland im Jahr 1812 in die russische Geschichtsschreibung ein. Er nimmt im kollektiven Gedächtnis Europas den Platz im 19. Jahrhundert ein, der dem Zweiten Weltkrieg im 20. Jahrhundert zufällt. Im russischen Geschichtsbewusstsein stehen „Vaterländischer Krieg“ und „Großer Vaterländischer KriegAls Großen Vaterländischen Krieg bezeichnet man in Russland den Kampf der Sowjetunion gegen Hitlerdeutschland 1941–1945. Der Begriff ist an den Vaterländischen Krieg gegen Napoleon im Jahr 1812 angelehnt. Galt der Sieg über den Faschismus offiziell zunächst als ein sozialistischer Triumph unter vielen, wurde er seit Mitte der 1960er Jahre zu einem zentralen Bezugspunkt der russischen Geschichte. Mehr dazu in unserer Gnose “ in einem engen symbolischen Zusammenhang: Zweimal wurde eine existentielle Bedrohung des Staates durch eine beispiellose Kraftanstrengung der „Nation(en)“ abgewehrt. Schier übermächtige, von Erfolgen verwöhnte Streitkräfte aus Kontingenten verbündeter europäischer Mächte, die Grande Armée oder die nationalsozialistische Wehrmacht, werden nahezu aufgerieben. Russische Truppen ziehen in Paris beziehungsweise Berlin ein. 

Der Krieg von 1812 wird in der Erinnerung mit spekatulären Schlachten in Verbindung gebracht, wie der „entscheidenden Schlacht“ bei Bordino (Louis Lejeune, 1822)

Zwei Katastrophen unvorstellbaren Ausmaßes, zwei verheerende Niederlagen beziehungsweise zwei glänzende Siege ergeben aber noch keine eindeutige Geschichte. Hohe Verluste waren auf beiden Seiten zu beklagen, Prestigegewinn und Machtzuwachs hielten sich die Waage mit neuen sicherheitspolitischen Herausforderungen.

Das ambivalente Erbe des Krieges

Ambivalent war das Erbe von 1812 schließlich auch deshalb, weil sich hier die Wasser teilten. Das „Vaterland“ verteidigten nicht allein Russen, sondern Angehörige anderer Ethnien des Vielvölkerreiches, nicht zuletzt die Bewohner der belarussischen und ukrainischen Lande. Wie im übrigen Europa erfasste sie alle das Gefühl nationaler „Erweckung“. Wie ein Lauffeuer erfasste dieser außerordentliche Krieg den etablierten Kulturbetrieb, die Folklore, die Historiographie und das politische Denken. Maler, Musiker, Dramatiker, Dichter, Romanciers, Bildhauer und Regisseure wurden in 200 Jahren nicht müde, ihn stets aufs Neue nachzugestalten und zum emotionalen Erlebnis zu machen. Die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum im Jahre 1912 bedeuteten kein Ende des Booms. Selbst heute, über 200 Jahre später, hat der gescheiterte „Marsch auf Moskau“ nichts von seiner suggestiven Ausstrahlung eingebüßt, nicht zuletzt deshalb, weil Hitler das vergebliche „Husarenstück“ wiederholte.

Es war der erste Krieg seit zwei Jahrhunderten, den Russland auf eigenem Territorium führen musste. Es war ein Krieg, der durch spektakuläre Rückzüge der russischen Armee bis in die Tiefe des Landes hinein geführt wurde. Es war ein Krieg, in dem die russische Selbstwahrnehmung stark verletzt wurde, vor allem dadurch, dass feindliche Truppen in Moskau – damals zwar keine Hauptstadt, aber immer noch ein Symbol der Staatlichkeit – einmarschiert waren. In der Erinnerung wird dieser Krieg jedoch mit spektakulären Schlachten in Verbindung gebracht, in denen auf beiden Seiten zehntausende Soldaten fielen, wie bei der entscheidenden Schlacht bei Borodino, die doch nichts entschied. Die Gemälde und Gravuren mit dem in Brand gesetzten und nahezu vollständig abgebrannten MoskauNach der verlustreichen Schlacht von Borodino im September 1812 tritt die russische Armee den Rückzug an, und Napoleon marschiert mit seiner Armee in Moskau ein. Dort beginnt am 14. September ein Brand, der über vier Tage andauert und weite Teile der Stadt zerstört. Große Teile der russischen Armee und der Bevölkerung hatten die Stadt kurz vorher geräumt, was die Vermutung nahelegt, die Russen hätten den Brand selbst entfacht. – dem immer noch nicht restlich aufgeklärten und mythenumwobenen Höhepunkt des Krieges – stehen in der Erinnerung neben Bildern der erfrorenen, verhungerten und halbnackten Soldaten der Grande Armée, die Ende des Jahres aufhörte zu existieren. Scham und Stolz, beides begleitet die Erinnerung an den Krieg von 1812.

„Die Kinder des Jahres 1812“

Nicht weniger wichtig ist aber abseits der Frontlinien, Schlachten und Feldzüge das individuelle Erleben des Krieges von 1812, das dem Begriff des „Vaterlands“ (patria), um den schon das Denken der Gelehrten im 18. Jahrhundert kreiste, unbekannte Nuancen hinzufügte. Es formte eine romantische Persönlichkeit, der die Muster der eigenen Erziehung zu eng wurden. Tagebücher, Briefe und Erinnerungen geben Auskunft über diese säkulare Transformation des Fühlens und Denkens. Im Schrecken und im Freiheitsgefühl des Wunderjahres kulminierte eine neue emotionale Kultur, um deren Maßstäbe nun der kaiserliche Hof und die Salons des Adels mit Freimaurerlogen, Lesegesellschaften, außerkirchlichen Frömmigkeitskreisen und patriotischen Geheimzirkeln konkurrieren mussten. Wer etwas auf sich hielt, strebte dem Idealbild eines Europäers nach, wie es etwa aus Nikolaj Karamsins Briefen eines russischen Reisenden oder seiner Schrift Über das alte und das neue Russland herauszulesen war. Tugendnorm und schicklicher Ausdruck von Gefühl, Freundschaft und Leidenschaft unterlagen veränderten Codes, die weit ins 19. Jahrhundert ausstrahlten und teils noch in der Gegenwart modern erscheinen. In Fluss geratene religiöse und moralische Vorschriften und Tabus erlaubten es dem Individuum, Wissen und Selbstvergewisserung in neuen geselligen Formen zu suchen.

Armeedienst, Bildung und Politik

Die jungen adeligen Offiziere, die aus den „Ausländischen Zügen“ 1813 bis 1815 (Sechster Koalitionskrieg) siegreich heimgekehrt waren, teilten ein ganz anderes Europa-Erlebnis als ihre lesenden und reisenden Vorväter. Sie knüpften soziale Netzwerke und verschafften dem Freiheitsstreben dichte und verzweigte Strukturen und Resonanzräume, die traditionsbildend wirkten. Trotz sowjetischer denkmalgestützter Vereinnahmungsversuche, die aus den DekabristenAls Dekabristen werden die Offiziere der kaiserlichen Armee bezeichnet, die am 14./26. Dezember (russ. dekabr) 1825 in St. Petersburg einen Eid auf den neuen Zaren Nikolaus I. verweigerten, um gegen Leibeigenschaft, Zensur und zaristische Autokratie zu protestieren. Die Erhebung auf dem Senatsplatz wurde bis zum Abend niedergeschlagen, fünf Anführer wurden zum Tode verurteilt, über 100 verbannt. Mehr dazu in unserer Gnose Vorläufer des Roten OktoberAm 25. Oktober (7. November) 1917 stürzten die Bolschewiki die Provisorische Regierung, die nach der Februarrevolution eingesetzt wurde. Die Machtübernahme in Petrograd erfolgte ohne viel Blutvergießen, jedoch schloss sich ihr ein mehrjähriger Bürgerkrieg mit Millionen Todesopfern an. Zahlreiche westeuropäische Staaten unterstützten den Widerstand gegen die Bolschewiki auch militärisch. So nahm die Geschichte der UdSSR ihren Anfang. Mehr dazu in unserer Gnose machen wollten, durchzieht ihr umfängliches und widersprüchliches Erbe die Epochen über alle Zäsuren hinweg, und sei es bloß als Gestus des Widerspruchs gegen die Zumutungen des „Staates“. 
Jenseits solcher Zuschreibungen, die meist der Legendenbildung des 19. Jahrhunderts verhaftet sind, repräsentieren die Generation von 1812 und die Rebellen von 1825 ein vielschichtiges gesellschaftliches Umfeld, das zwar vom Adel dominiert war, aber die Folgen des „Volkskrieges“, der Partisanenverbände und des bäuerlichen Aufgebots mitbedachte. So beschleunigte und vertiefte der „Vaterländische Krieg“ eine intellektuelle Revolution, die der sozialen Frage nicht länger ausweichen wollte. Während Poeten wie Michail LermontowMichail Lermontow (1814–1841) war ein russischer Dichter, Schriftsteller und Dramaturg. Zu seinen bekanntesten Werken gehört der 1840 erschienene Roman Ein Held unserer Zeit. Lermontow verarbeitete in seinem Werk auch Erlebnisse aus dem Kaukasuskrieg (1817–1864). Dieser Krieg bestand aus einer Reihe von militärischen Konflikten zwischen dem Russischen Kaiserreich auf der einen und verschiedenen Verbänden Tscherkessiens sowie dem Kaukasischen Imamat auf der anderen Seite. Ihr Widerstand gegen Russlands Ziel der Angliederung wird von Historikern als der vehementeste der russischen Kolonialgeschichte beschrieben. Der Krieg forderte hunderttausende Opfer, schätzungsweise über eine halbe Million Menschen wurden vertrieben. vor allem den ewigen Helden besangen, schuf Lew TolstoiLew Tolstoi (1828–1910) war einer der bedeutendsten Schriftsteller der russischen Literatur. Sein literarisches Schaffen umfasst drei große Romane (Krieg und Frieden, Anna Karenina und Auferstehung), viele Erzählungen, Dramen und religionsphilosophische Traktate. Während er in der Literatur als von allen geliebter Superlativ gilt, wurde seine religiöse Lehre stark kritisiert und ihm selbst Moralismus und Utopismus vorgeworfen. Mehr dazu in unserer Gnose mit dem Jahrhundertwerk Krieg und FriedenKrieg und Frieden ist einer der bekanntesten Romane von Lew Tolstoi (1828–1910). Er beschreibt die russische Gesellschaft in der Zeit der napoleonischen Kriege 1805–1812. Den Sinn seines Romans sieht der Autor darin, die Menschen „dazu zu bringen, das Leben in all seinen unzähligen und unerschöpflichen Erscheinungen zu lieben“.  bewusst ein Gegenbild, in dem der Zar fehlbar, gleichsam ein sterblicher Gott war. So hatten es schon einzelne Dekabristen im Verhör zu Protokoll gegeben.

Anfänge des politischen Denkens

Wer in die Archive mit den Prozessakten und die privaten Nachlässe eintaucht, begibt sich auf eine aufregende Reise in die Anfänge des politischen Denkens in Russland. Die Übersetzungen politischer Texte des 18. Jahrhunderts aus dem Französischen fielen unter den wissbegierigen Offizieren auf fruchtbaren Boden. Begriffe aus europäischen Diskursen füllten sich mit russischen Inhalten, wurden zurücktransferiert, stießen einen transnationalen Gedankenaustausch an. Es ist wenig sinnvoll, in diesem frühen Ideen-Geflecht „Radikale“ von „Romantikern“, „Konservative“ von „Liberalen„Liberal“ kann in der russischen Sprache heute vieles bedeuten. Der Begriff hat mehrere Wandlungen durchgemacht und ist nun zumeist negativ besetzt. Oft wird er verwendet, um Menschen vorzuwerfen, sie seien unfähig, schwach und widersetzten sich dem Staat nur, weil sie zu nichts anderem in der Lage seien. Das liberale Credo vom Schutz der Menschen- und Eigentumsrechte, so heißt es oft, lenke davon ab, dass unter liberaler Führung der Staat zugrunde gehen würde. Mehr dazu in unserer Gnose “, „Revolutionäre“ von „Reaktionären“, „Aufrührer“ von „Dichtern“ oder „WestlerDer Begriff Sapadnik (dt. „Westler) kam Mitte des 19. Jahrhunderts auf und bezeichnete Anhänger einer politischen Strömung, die sich für eine enge Anbindung Russlands an Westeuropa einsetzten. Die Sapadniki vertraten, im Gegensatz zu den sogenannten Slawophilen, die Auffassung, das Russische Reich solle sich bei seinen sozialen, industriellen und politischen Reformen an Westeuropa orientieren. “ von „SlawophilenSlawophilie bezeichnete eine vor allem publizistische und religionsphilosophische Bewegung zur Mitte des 19. Jahrhunderts, die eine Einheit aller slawischen Völker und eine Rückkehr Russlands zu jenen Zeiten proklamierten, bevor Zar Peter der Große (1672–1725) an Westeuropa orientierte Reformen durchsetzte. Die Bewegung entstand vor dem Hintergrund der damals vieldiskutierten Frage nach Russlands Zukunft. Die sogenannten Sapadniki (dt. Westler) forderten einen gemeinsamen Weg von Russland mit Europa, Slawophile glaubten demgegenüber, jedes Land, darunter auch Russland, habe einen eigenen Weg. Große Teile beider Strömungen befanden sich in Opposition zu der Politik des Zaren. In der Gegenwart wird der Begriff Slawophilie oft verwendet, um das Phänomen des russischen Nationalismus zu erklären.“ streng unterscheiden oder gar gegeneinander ausspielen zu wollen. Eher besteht die Kunst darin, zu verstehen, wie diese Gegensätze in ein und derselben Person koexistieren konnten. Auch in Verfassungsentwürfen wurden Elemente der „Diktatur“ mit Postulaten der „Demokratie“ und religiöse Toleranz mit dem Gebot einer Staatsreligion unbefangen zusammengedacht.

Russland als Ordnungsmacht

Alexander I.Alexander I. (1777–1825) war 1801–1825 Kaiser von Russland. Zum Anfang seiner Regentschaft führte er moderate liberale Reformen durch. In der Außenpolitik lavierte Alexander I. zunächst zwischen Frankreich und Großbritannien. Er führte erfolgreiche Kriege: 1806–1812 gegen die Türkei, 1804–1813 gegen Persien und 1808–1809 gegen Schweden. Im Vaterländischen Krieg von 1812 besiegten seine Truppen die Napoleonische Armee.  und sein Nachfolger Nikolaus I.Nikolaus I. (1796–1855) war zwischen 1825 und 1855 Kaiser von Russland. In seine Regentschaft fiel der Dekabristen-Aufstand – eine revolutionäre Bewegung gegen die zaristische Autokratie. Nikolaus I. ließ den Aufstand niederschlagen, in der Folge war seine Herrschaft von Repressionen und Konsolidierung des autoritären Regimes geprägt.   ernteten die Früchte des Sieges über Napoleon. Nach dem prunkvollen Wiener Kongress beziehungsweise nach dem schockierenden Aufstand von 1825 wandten sich beide von sozialen Reformen ab. Dennoch veränderte sich Russland grundlegend. Es war nicht nur Großmacht geworden, die der Heiligen AllianzDie Heilige Allianz war ein Bündnis Russlands, Österreichs und Preußens, das sie 1815 nach dem Sieg über Napoleon Bonaparte schlossen. Die Allianz sollte nach dem Krieg einen „Ewigen Frieden“ bringen und sich dabei an Prinzipien der christlichen Nächstenliebe orientieren. der drei Throne bei der politischen Neuordnung des Kontinents den Stempel aufdrückte, sondern öffnete sich gegenüber der europäischen Kultur, wie Europa sich nach Osten öffnete. Wenn fortan die Verhältnisse auf dem Kontinent stabilisiert oder verändert werden sollten, war das Zarenreich stets Zünglein an der Waage, gleichgültig, ob ihm die Rolle eines „Retters“, „Befreiers“ oder „Gendarmen“ Europas zufiel.
Daraus erwuchs mehr als ein außenpolitischer Einfluss, der bei Aufständen und Revolutionen wie 1830/31 in Frankreich und Polen oder 1848/49 im Deutschen Bund, in Preußen und dem Habsburgerreich auch militärisch zur Geltung gebracht werden konnte. Russland wollte sich zugleich als Hort der legitimen Monarchie zeigen und mit seiner „befriedeten“ Gesellschaft den „anarchischen“ republikanischen Staaten den Spiegel vorhalten. Indessen waren die Kategorien einer „gegenrevolutionären“ Sicherheitspolitik, die innere und auswärtige Belange miteinander verknüpfte und selbst das Privatleben als Feld argwöhnischer Beobachtung entdeckte, keineswegs spezifisch russisch. Überall in Europa und selbst in den transatlantischen Beziehungen wurde nach adäquaten Mitteln gesucht, die „revolutionäre Pest“, deren Ursprung in der Französischen Revolution gesehen wurde, einzudämmen oder ihr frühzeitig vorzubeugen. „Gendarmen“ flanierten offen durch den Alltag der Bürger und Untertanen, nach den Karlsbader Beschlüssen und im deutschen Vormärz eher inkognito.

Maler, Musiker, Dramaturgen wurden nicht müde, den Krieg stets aufs Neue nachzugestalten (Wassili Wereschtschagin, 1887-1895)

Symptomatisch für die Verschiebung der Machtverhältnisse war nicht zuletzt, dass den Regenten und ihren Kanzleien die Gestaltungshoheit über den wachsenden öffentlichen Raum zu entgleiten drohte. Journale, Zeitungen und Flugblätter unterlagen zwar der Zensur, lieferten aber dennoch wirkmächtiges Wissen und brisante Information. Seit der Jahrhundertwende neu gegründete Universitäten erweiterten die Bildungsgesellschaft in Russland und boten ein Forum für den transnationalen gelehrten Austausch.

Der Vaterländische Krieg ragt aus dem Zyklus monumentaler Geschichtsbetrachtung hervor. Er war präzedenzlos, auch wenn Zeitgenossen der napoleonischen Kriege die „Zeit der WirrenDie „Zeit der Wirren“ bezeichnet eine Episode zu Beginn des 17. Jahrhunderts, als verschiedene Prätendenten um die Thronfolge rangen, fremde Heere russische Städte belagerten und Hungersnöte grassierten. Der Begriff stellt hier einen Zusammenhang zu den 1990er Jahren her, als der russische Zentralstaat schwach, der Einfluss von Wirtschaftseliten auf die Politik hoch und Armut verbreitet war.“ zu Beginn des 17. Jahrhunderts ins Gedächtnis riefen, als auswärtige Mächte die Vakanz auf dem russischen Thron zur Intervention nutzten. Im August 1914 war es anders. Nun sollte der heraufziehende Weltkrieg zum „Zweiten Vaterländischen Krieg“ erklärt werden. Doch bedrohte dieser Krieg die staatliche Ordnung und erschütterte die sozialen Strukturen in ganz anderer Weise als sein vermeintliches Vorbild.

 

Im Jahr 2012 – zm 200. Jahrestag – wird die Schlacht bei Borodino nachgestellt
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