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„Macht verfickt nochmal Lärm!“ Florian Coppenrath über den russischen Rap, seine Beziehung zur Politik und dominante Stellung in der Gegenwartskultur.

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Marx und Russland

„Die Lehre von Marx ist allmächtig, weil sie wahr ist“, schrieb 1913 ein damals wenig bekannter Vertreter einer russischen Kleinpartei in einem Artikel. Sein Autor war LeninNach der Februarrevolution, die zur einer Doppelherrschaft von Provisorischer Regierung und Arbeiter- und Soldatensowjet geführt hatte, fixierte sich Lenin auf den gewaltsamen Sturz der Provisorischen Regierung. Die bolschewistische Partei wurde zum Anziehungspunkt für alle unzufriedenen, radikalen und anarchistischen Elemente, die durch die revolutionären Ereignisse aufgewühlt worden waren. Nach dem misslungenen Juliaufstand nutzte Lenin die politische Krise und das Machtvakuum aus, um seine Strategie des bewaffneten Aufstandes im Oktober 1917 zu verwirklichen. und später wurde der Ausspruch zu einem der wohl meistzitierten Sätze in der russischen Wissenschaft und Publizistik des 20. Jahrhunderts. Diese Phrase, so absurd und autosuggestiv wie sie ist, zeigt deutlich, wie ausgerechnet in Russland ein vermeintlich texttreuer, dogmatischer Marxismus zu einer dominierenden und schließlich sogar absolut gesetzten Ideologie wurde. So paradox das scheint, es gibt doch eine innere Logik.

„Die Lehre von Marx ist allmächtig, weil sie wahr ist“ - Bild gemeinfrei/WikimediaFür die im Zuge des OktoberaufstandsAm 25. Oktober (7. November) 1917 stürzten die Bolschewiki die Provisorische Regierung, die nach der Februarrevolution eingesetzt wurde. Die Machtübernahme in Petrograd erfolgte ohne viel Blutvergießen, jedoch schloss sich ihr ein mehrjähriger Bürgerkrieg mit Millionen Todesopfern an. Zahlreiche westeuropäische Staaten unterstützten den Widerstand gegen die Bolschewiki auch militärisch. So nahm die Geschichte der UdSSR ihren Anfang. 1917 zur Macht gekommenen BolschewikiDie Bolschewiki („Mehrheitler“) unter Führung von Wladimir Lenin waren zunächst eine Minderheitenfraktion innerhalb der russischen Sozialdemokratie. Ihren Namen erhielten sie aufgrund eines einmaligen Abstimmungserfolges über die Menschewiki („Minderheitler“) auf einem Parteitag im Jahr 1903. Nach der Parteispaltung im Jahre 1912 konstituierten sie sich als revolutionäre Kaderpartei. Im Oktober 1917 organisierten sie den Sturz der Provisorischen Regierung in Russland und gingen aus dem anschließenden Bürgerkrieg siegreich hervor.  waren die Texte von Marx und Engels über Russland und das Russische Zarenreich in vielerlei Hinsicht irritierend. David Rjasanow, Leiter des Marx-Engels-Archivs in Moskau, wurde von Stalin entlassen, später verhaftet und 1937Als Großen Terror bezeichnet man die staatlichen Repressionen gegen die sowjetische Bevölkerung zwischen 1936 und 1938. Der Begriff wurde durch die gleichnamige Monographie des britischen Historikers Robert Conquest geprägt. Während des Großen Terrors wurden Schätzungen zufolge rund 1,6 Millionen Menschen verhaftet, etwa 680.000 von ihnen wurden zum Tode verurteilt. Die Repressionen erfolgten in mehreren Wellen. Waren zunächst vor allem hohe Parteikader betroffen, gerieten im Laufe der Zeit immer neue Gesellschaftsgruppen ins Visier der Sicherheitsorgane. Eine juristische Aufarbeitung dieser Verbrechen fand bis heute nicht statt. schließlich erschossen, unter anderem weil er einen Gutteil der zu Lebzeiten gedruckten und ungedruckten Russland-Schriften von Marx und Engels zugänglich gemacht hatte. Und das war eine Todsünde. Stalin sorgte dafür, dass einige dieser Schriften aus dem Kanon der Marx-Engels-Werke ausgeschlossen blieben. Das betraf etwa die gegen den Panslawismus gerichteten, von Verschwörungsvorstellungen getriebenen, teilweise genuin slawophoben und russophoben Artikel aus den 1850er Jahren. In ihnen war das lebenslange Leitmotiv des Kampfs auf Leben und Tod gegen die „halborientalische Despotie“ des Zarentums bis in recht absurde Extreme getrieben worden. Noch heikler waren aber Marx‘ späte Stellungnahmen in den 1870er Jahren zu den Streitigkeiten zwischen den russischen NarodnikiNarodniki (dt. Volkstümler bzw. Volksfreunde) war eine vielschichtige Bewegung in Russland, die vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bestand. Einige Narodniki beriefen sich auf Rousseaus Diktum vom „edlen Wilden“ und „zurück zur Natur“. Viele traten dafür ein, das intellektuelle Stadtleben mit dem einfachen bäuerlichen Leben zu vereinen. Ein großer Teil der Bewegung verstand sich als sozialrevolutionär und propagierte eine sozialistische Bauernrevolution. Mit diesen Ideen haben die Narodniki viel zu der Entwicklung beigetragen, die in der Oktoberrevolution 1917 mündete. (dt. Volkstümlern) und Marxisten – in denen er sich latent auf die Seite der Ersteren und gegen die Letzteren stellte.

Eingeimpfter orientalischer Sklavengeist

Darin zeigte sich eine späte, aber tiefgreifende Änderung seiner Haltung gegenüber Russland selbst. Wie viele 1848er-Revolutionäre war Marx von einer tief verwurzelten, mehr oder weniger stabilen Übereinstimmung zwischen Autokratie, Orthodoxie und dem russischem Volk ausgegangen, derer nur einzelne mutige Geister oder verzweifelte Verschwörer sich hatten entziehen können. Und wenn dieser eingeimpfte orientalische Sklavengeist von Zeit zu Zeit durch einen blindwütigen Aufstand der Leibeigenen und Vaganten durchbrochen wurde, dann hatten diese anarchischen Aufstände sich regelmäßig als noch despotischer und noch barbarischer herausgestellt, als die Despotie selbst. Der Aufstand wird dabei zum legendären russki bunt, der laut Alexander Puschkin „sinnlos und ohne Gnade“ sei.

Die sozialhistorische Unterlage zu diesem im ganzen aufgeklärten Europa geläufigen Russland-Bild war der alt-etablierte Topos einer „(halb)orientalischen“ Despotie und Produktionsweise. Diese Kategorie hatte Marx nur rudimentär theoretisch weiter ausgearbeitet und für Russland mit einer Reihe eher willkürlicher Annahmen unterfüttert: etwa wenn er die Reformen Peters des Großen und seiner NachfolgerInnen als bloße Modernisierungen einer im Kern noch immer „tatarischen“ Despotie und Welteroberungsmanie interpretierte, die in der Passivität und Zerstreuung der bäuerlichen, dorfgemeindlichen Basis ihre Grundlage und Ergänzung finde.

Initialzündung der gesamteuropäischen Revolution

Nach der Niederlage des Zarenreichs im KrimkriegDer Krimkrieg (1853–1856) war eine militärische Auseinandersetzung zwischen Russland und einer Koalition aus dem Osmanischen Reich, Frankreich, Großbritannien sowie Piemont-Sardinien, die aus konkurrierenden Territorialansprüchen in Südosteuropa entstand. Russland erlitt eine verlustreiche Niederlage, die der Staatsführung die technologische und soziale Rückständigkeit des Landes vor Augen führte. Gleichwohl werden mit dem Krimkrieg bis heute heroische Motive der aufopfernden Verteidigung der Stadt Sewastopol verknüpft. 1856, der Aufhebung der LeibeigenschaftLeibeigene im zaristischen Russland waren zumeist Bauern, die im Besitz des Gutsherrn waren; sie mussten sein Land bewirtschaften und für die eigene Bewirtschaftung seines Landes Abgaben zahlen. Die Leibeigenschaft wurde 1861 abgeschafft, in der Regel jedoch blieben die Bauern von den Gutsherren wirtschaftlich abhängig. 1861 und weiteren Reformen Alexanders IIAls Reformen Alexanders II. (auch: die Großen Reformen) wird ein Bündel von Gesetzesänderungen bezeichnet, von denen die Abschaffung der Leibeigenschaft 1861 als die wichtigste gilt. Durch weitreichende Strukturreformen sollte das Russische Reich auf die neuen Herausforderungen der Industrialisierung vorbereitet und weiter an europäische Normen herangeführt werden., dem forcierten Bau von Eisenbahnen und der verstärkten Einbindung des Russischen Reichs in die Weltwirtschaft öffnete Marx sich allerdings der Einsicht, dass der starr-hierarchische Korpus dieser Reichsgesellschaft in eine unaufhaltsame Bewegung und Gärung geraten war. Gerade in Russland reifte womöglich eine politische, soziale und geistige Krise heran, die das Land aus dem Zirkel seiner nach innen stationären, nach außen expansiven Entwicklungen herauskatapultieren und damit die Lage in Europa und in der Welt schlagartig verändern konnte. Ein „russisches 1789“, etwa in Form einer konstitutionellen Reform, dem ein von bäuerlichen, proletaroiden Massen und von radikalen Intellektuellen getragenes „1792“ oder „1793“ folgen musste, könnte, so die hoffnungsvolle Erwartung, zur Initialzündung der lange überfälligen gesamteuropäischen Revolution werden. Ja, eine russische „Bauernkommune“ wäre im Idealfall die gegebene, geradezu natürliche Ergänzung einer europäischen „Arbeiterkommune“. Und da der Übergang zum Sozialismus nur, wie es im Manifest der kommunistischen Partei schon geheißen hatte, als „die Tat der fortgeschrittenen Völker auf einmal“ denkbar war, würde Russland selbst mit all seinen unterdrückten Energien und intellektuellen Potentialen vielleicht bald ganz vorne mitmarschieren.

Den Anstoß für Marx’ späte Hinwendung zu Russland hatte die anfangs voller Misstrauen, dann mit spöttischer Verwunderung, schließlich mit wachsendem Interesse registrierte Tatsache gebildet, dass Das Kapital schon bald nach der deutschen Erstausgabe von 1867 ins Russische übersetzt wurde. Unter der IntelligenzijaAls Intelligenzija wird das Intellektuellen-Milieu Russlands bezeichnet. Der Begriff ist soziostrukturell kaum fassbar, als Minimalkonsens werden jedoch hoher Bildungsgrad und Denkarbeit vorausgesetzt. Die Formel geht auf den Schriftsteller Pjotr Boborykin (1836–1921) zurück.   des Zarenreichs, darunter namhaften Ökonomen, hatte es ein weitaus lebhafteres Echo gefunden als in Deutschland oder irgendwo sonst in Europa. Diese Aufgeschlossenheit signalisierte Marx etwas Größeres, Weitergehendes; und die Entstehung der russischen Narodniki-Sozialisten, die ihrerseits den Kontakt mit den europäischen Sozialisten, und gerade auch zu ihm, Marx selbst, suchten, deutete auf einen intellektuellen Reifungsprozess, der selbst nur ein Reflex der rapiden Veränderungen im Lande sein konnte.

Das war der tiefere Grund dafür, dass Marx sich in seinem letzten Lebensjahrzehnt „auf Tod und Leben“ (so seine Frau Jenny) in das Studium der russischen Sprache stürzte, um russische Journale und wissenschaftliche Arbeiten im Original zu lesen und zu exzerpieren, die sich vor allem mit der Agrarstatistik, aber auch mit dem soziologischen Grundriss der russischen Gesellschaft insgesamt beschäftigten. Diesen Studien hatte er, wie Engels nach seinem Tod grimmig feststellte, die immer wieder angekündigte Fertigstellung der beiden Folgebände des Kapitals geopfert.

Im Zuge dessen hatte sich eine dichte und recht vertraute Korrespondenz zwischen Marx und dem Hauptübersetzer seiner Schriften, Nikolaj Danielson, entwickelt, der ihn von Petersburg aus mit der wichtigsten sozialtheoretischen Literatur aus Russland versorgte. Wie sich herausstellte, war Danielson einer der Theoretiker der NarodnikiNarodniki (dt. Volkstümler bzw. Volksfreunde) war eine vielschichtige Bewegung in Russland, die vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bestand. Einige Narodniki beriefen sich auf Rousseaus Diktum vom „edlen Wilden“ und „zurück zur Natur“. Viele traten dafür ein, das intellektuelle Stadtleben mit dem einfachen bäuerlichen Leben zu vereinen. Ein großer Teil der Bewegung verstand sich als sozialrevolutionär und propagierte eine sozialistische Bauernrevolution. Mit diesen Ideen haben die Narodniki viel zu der Entwicklung beigetragen, die in der Oktoberrevolution 1917 mündete.-Sozialisten.

Theoretische Qual der russischen Sozialisten

Die Frage, die alle russischen Sozialisten quälte, war die, ob ihr Land vor einer proletarischen Revolution erst eine unabsehbar lange Phase einer bürgerlich-kapitalistischen Entwicklung durchlaufen müsse – oder ob es nicht einen anderen, schonenderen und vielleicht sogar „progressiveren“ Weg der Entwicklung einschlagen könne. Und hier kam die alte Frage der russischen Obschtschina (dt. Dorfgemeinde) mit ihren angeblichen Residuen eines archaischen Gemeinschaftslebens neu ins Spiel.
Marx hatte diese slawophileSlawophilie bezeichnete eine vor allem publizistische und religionsphilosophische Bewegung zur Mitte des 19. Jahrhunderts, die eine Einheit aller slawischen Völker und eine Rückkehr Russlands zu jenen Zeiten proklamierten, bevor Zar Peter der Große (1672–1725) an Westeuropa orientierte Reformen durchsetzte. Die Bewegung entstand vor dem Hintergrund der damals vieldiskutierten Frage nach Russlands Zukunft. Die sogenannten Sapadniki (dt. Westler) forderten einen gemeinsamen Weg von Russland mit Europa, Slawophile glaubten demgegenüber, jedes Land, darunter auch Russland, habe einen eigenen Weg. Große Teile beider Strömungen befanden sich in Opposition zu der Politik des Zaren. In der Gegenwart wird der Begriff Slawophilie oft verwendet, um das Phänomen des russischen Nationalismus zu erklären. Lieblingsidee zunächst lange und vernichtend kritisiert. Auf seine alten Tage fand er an der Idee einer Übergangsrolle dieser Obschtschina im Falle einer revolutionären Sozialumwälzung in Russland jedoch vorsichtig Gefallen. Gleichzeitig verfolgte er mit wachsendem Unbehagen die Begründung eines doktrinären „Marxismus“ in Russland, der auf die noch kaum existente Arbeiterklasse im Bündnis mit dem liberalen Bürgertum setzte.

Im Vorwort zu einer russischen Neuausgabe des Manifests gab Marx, kurz vor seinem Tod, in dieser zentralen Streitfrage eine Stellungnahme ab, die tendenziell den „Volkstümerln“ gegenüber den „Marxisten“ recht gab. Dabei führte er allerdings eine neue, wesentliche Bedingung ein: „Wird die russische Revolution das Signal einer proletarischen Revolution im Westen, so dass beide einander ergänzen, so kann das jetzige russische Gemeineigentum am Boden zum Ausgangspunkt einer kommunistischen Entwicklung dienen.“

Russischer Marxismus

Marx erlebte nicht mehr, dass in den 1890er Jahren buchstäblich alle Richtungen der russischen Intelligenzija sich in sein Kapital vertieften, in welchem das innerste Geheimnis der Dynamik der kapitalistischen Länder des Westens enthüllt schien. Darunter waren auch einige führende Liberale. Sie destillierten aus Marx' Schriften eine stufenweise Entwicklungstheorie, die – schon aus Angst vor der Kolonisierung des Russischen Reiches durch seine westlichen Rivalen – ganz auf einen offensiven Imperialismus setzte.

Diese sich bis zum Weltkrieg steigernden imperialistischen Konflikte waren dann die Stunde Lenins, des Gründers der Partei der Bolschewiki, der die Dorfgemeinde für historisch erledigt erklärte, weil sie sich längst in Ausbeuter und Ausgebeutete geteilt habe. Gleichzeitig wies er den proletaroiden bäuerlichen Massen die Rolle einer Reservearmee der zu schwachen Arbeiterklasse zu. Damit machte er sie zur anarchischen Spielmasse seiner aus der radikalen Intelligenzija geformten Partei von Berufsrevolutionären. Dieser Quadratur des theoretischen wie strategischen Kreises gab Lenin das Siegel eines „wahren“ und daher „allmächtigen“ Marxismus eigener Prägung, die man nach seinem Tod „Leninismus“ nannte, bevor Stalin daraus einen nicht mehr hinterfragbaren, in fixe Formeln gegossenen „Marxismus-Leninismus“ schmiedete. Dem ewig Unvollendeten und Sucher Marx, dessen Leitwort „De omnibus dubitandum – An allem ist zu zweifeln“ war, wäre das mit Sicherheit ein Gräuel gewesen. Aber wer fragt schon Gipsbüsten nach ihrer Meinung?

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